Mittwoch, 26. Dezember 2012

Eingefrorene Oberleitungen - Kaffee und Kekse für Tramfahrer

Bereits am 23.12.2012 (die Redaktion des Blogs war leider schon auf dem Weg in den Weihnachtsurlaub), musste der gesamte Potsdamer Straßenbahnverkehr eingestellt werden. Überfrierender Regen hatte die Oberleitungen in Eis gehüllt und ein Passieren der Straßenbahnen war nicht mehr möglich. Pünktlich gegen 13:30 Uhr rollten die Bahnen in die nächstbeste Haltestelle und mussten dort, zusammen mit den Fahrerinnen und Fahrern ausharren.

Die ViP versuchte unterdessen unter Aufbietung aller Kräfte die ausgefallenen Straßenbahnen mit Hilfe von Taxis und Bussen zu ersetzen. Ein User auf der tram2000.de-Facebook-Seite berichtet, "die Fahrgäste zeigten großes Verständnis und versorgten sogar unsere Kollegen mit Kaffe und Keksen! Insgesamt wurde die Situation sehr gut gemeistert." Gegen 20:45 Uhr rollte die Straßenbahn wieder.

Weitere Berichte in der MAZ und der PNN.

Dieses Foto von Benjamin Karl zeigt Combino 408 und eine Variobahn an der Haltestelle Hauptbahnhof. Wer hier liegen blieb, hatte noch Glück im Unglück...

 ... beschwerlicher war sicher der Weg zurück von der Turmstraße zum Keplerplatz. Combino 411 an eben dieser, für Busse nicht zu erreichenden Haltestelle. Foto: Andreas Berndt.

Freitag, 21. Dezember 2012

Falschparker bremst Tram aus

Rücksichtslos abgestellte PKW sind in Potsdam keine Seltenheit. Ob auf Grünanlagen, in Kreuzungsbereichen oder eben auf den Tramgleisen - Hauptsache der MIV hat seinen Platz. Die Baustelle in der Charlottenstraße ist ein beliebter Abstellplatz für besonders ignorante Fahrzeugführer. In den letzten Wochen kam es mehrfach zu Störungen des Tramverkehrs in diesem Bereich, so auch heute wieder. Ein Audi war heute gegen 14:00 Uhr derart "günstig" abgestellt worden, dass die Straßenbahn der Linie 91 (Zug aus 151+251) nicht passieren konnte. Auch der nachfolgende Wagen der Linie 94 (Combino 400) blieb hier stecken. Ein eilig herbeigerufener Abschleppwagen sorgte bald für freie Fahrt. Beide Züge mussten dazu um wenige Meter zurückgefahren werden. Für die an den nachfolgenden Haltstellen wartenden Fahrgäste war "die bekloppte Bahn mal wieder zu spät" ....






www.tram2000.de wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

2012 - ein Rückblick in Bildern

Das nahe Ende des Jahres ist üblicherweise der rechte Zeitpunkt, die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen. Auch der tram2000.de-Blog schließt sich dieser Tradition an und zeigt an dieser Stelle eine Auswahl Tram-Augenblicke 2012. Viel Spaß beim Anschauen....

Tatras in der Abenddämmerung des Januar. Auch für diese Fahrzeuge dämmert es zusehends. 162 rollt hier mit 144 im Schlepptau in sein letztes Jahr. Der Zug aus 150 und 250, der die Steigung zur Heinrich-Mann-Allee erklimmt, hat wohl noch etwas mehr Zeit.

An einem winterlichen Nachmittag im Januar präsentiert sich Wagen 421 im Gleisdreieck an der Glienicker Brücke.

Auch die historischen Fahrzeuge der ViP kamen in diesem Jahr wieder zahlreich zum Einsatz. Hier 177 bei einer Sonderfahrt im März in der Berliner Straße.

123 und 141 haben es wohl hinter sich. Im Mai war sie allerdings noch im Einsatz, hier auf der Linie 92 kurz vor Erreichen des Hauptbahnhofes. Das Schloss im Hintergrund wächst rasant...

Die Kastanienallee ist im Frühjahr besonders schön. Noch schöner wird sie nur noch durch den Combino 407, der hier auf dem Weg zur Pirschheide ist.

Die Baustelle des Stadtschlosses dominiert wohl noch bis 2014 den Alten Markt. Die Straßenbahn hat allerdings freie Fahrt. Hier Combino 411 im Mai 2012 an der gleichnamigen Haltestelle.

Im Juni 2012 präsentiert sich das Stadtschloss noch als Beton-Rohbau. Inzwischen ist man da wesentlich weiter. Vor dem Corps de Logis des Schlosses posiert KT4Dm 141, gezogen von 123. Zusammengesetzt aus dem A-Teil von 141 und dem B-Teil von 143 machte er einen sehr bunten Eindruck.

So sind die ViP-Bahnen doch am schönsten - der werbefreie Zug aus 146+246 beim Abbiegen in die Charlottenstraße. Juni 2012.

Seit dem Abriss des Hauses des Reisens, "ziert" eine Baulücke die Ecke Yorckstraße / Friedrich-Ebert-Straße. Der Wiederaufbau des alten Posthauses von Unger ist inzwischen nicht mehr sicher, ein Neubau in weiter Ferne. Wie auch immer die Entscheidung an dieser Stelle ausfällt, 147 und 141 werden wohl nicht mehr mitbekommen, was dort einmal entstehen wird.

Auch Schienenschleifwagen 303 durfte das Depot ab und an verlassen, so hier im Juni 2012 am Platz der Einheit. Dieses Haltestellenhäuschen gibt es inzwischen nicht mehr.

Großes Thema 2012 war der 300. Geburtstag Friedrichs des Großen. Die Ausstellung "Friederisiko" zog tausende Besucher in das Neue Palais. Ein großer Schriftzug an der Haltestelle Alter Markt warb für die Schau. Links neben 402 sieht man die beiden letzten Buchstaben.

Besonders sonnig war der Sommer 2012 nicht. 404 posiert an einem dieser Regentage am Bahnhof Rehbrücke.

Eines der prachtvollsten Gebäude des Stadtzentrums und doch, wegen des nahen Nauener Tores, wenig beachtet ist das Gerichtsbebäude an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße / Kurfürstenstraße. Auch Combino 410 eilt hier schnell vorbei. Mit dem Baujahr 1886/87 ist das Gebäude in etwa so alt, wie die Potsdamer Straßenbahn.

Noch einige Jahre werden sich die Potsdamer und ihre Gäste gedulden müssen, bis die Friedrich-Ebert-Straße wieder eine Aufenthaltsqualität bekommt. Die Bibliothek im Hintergrund wurde 2012 fast vollständig renoviert und umgebaut, der Abriss der Fachhochschule und damit der Neubau des Quartier an dieser Stelle verzögert sich aber weiter. Vario 422 ist allerdings ganz nach Fahrplan auf der Linie 91 unterwegs.

Ungers altes Posthaus wäre sicher ein Blickfang für die Baulücke am Platz der Einheit, noch ist der Wiederaufbau jedoch nicht gesichert. 426 hat keine Zeit für solche Debatten. Rasant geht es nach Babelsberg.

Seit Juni 2013 ist auch Combino-Prototyp 400 wieder mit von der Partie. In seinem Einsatzgebiet beschränkt, rollt er nur auf der Linie 94.

Dieses Bild ist charakteristisch für den Sommer 2012. Durch einen Sturzregen war die Kreuzung Zeppelinstraße / Geschwister-Scholl-Straße komplett und knietief überflutet. Damit die Füße trocken bleiben, pausieren hier gleich drei Varios unfreiwillig kurz hinter dem Bahnhof Charlottenhof.

Monatelang tauschte die Firma Wall die zahlreichen Wartehäuser in der Stadt gegen ein aktuelles Modell aus. Im August 2012 kam dann auch die Reihe an die Anlagen am Platz der Einheit. 

Tatra-Schnappschüsse waren 2012 Pflicht. Das Einsatzende ist nahe und daher musste jeder sonnige Tag genutzt werden. 149+249 an der Haltestelle Feuerbachstraße.

Neben dem Nauener Tor könnte ab 2014 auch dieses Tram-Motiv zu den beliebtesten zählen. Stadtschloss (dann hoffentlich fertig), Nikolaikirche, Rathaus und natürlich die Tram. Was will man als Potsdam-Besucher mehr?

Die Friedrich-Ebert-Straße und ihre prähistorischen Rohrleitungen machten auch 2012 wieder von sich reden. Dieser Zug der Linie 92 muss im September am Platz der Einheit wieder umkehren, weil ein Rohrbruch auf genannter Straße, ein Passieren unmöglich machte.

Ein Zug konnte allerdings nicht mehr rechtzeitig umkehren: 149 blieb mit 249 vor dem Ort des Geschehens zurück.

Combino 400 hat einen intensiven Check bereits erhalten...

... für die restlichen Combinos steht dieser aber noch bevor. Quasi als Testlauf wurde 405 im September in eigener Werkstatt komplett getrennt und seiner Fahrgestelle beraubt. Die ViP hat für das Aufbocken des Wagenkastens eigens diese gelbe Konstruktion entwickelt.

Auch 2012 wurden wieder Namen für Straßenbahnen vergeben. Der Name der polnischen Partnerstadt Opole wurde schon im September 2011 vergeben (an 421), auf die anderen Partnerstädte jedoch 2012 "getauft": Luzern, Schweiz (423), Bonn (424) und  Jyväskylä, Finnland (422).

Herbstlich präsentiert sich das Wohngebiet am Stern im November. Die Straßenbahnstrecke in dieses Wohngebiet wurde am 7.Oktober 1982 eingeweiht, so dass 2012 ein runder Geburtstag gefeiert werden konnte...

... und zwar auf ganz besondere Art und Weise: diese Dreifachtraktion aus KT4Dm 162, 146 und 246 war einen Nachmittag im Netz auf Sonderfahrt unterwegs. Es handelte sich bei dieser Tour auch zugleich um eine vorgezogenen Abschiedsfahrt für die KT4Dm ohne Choppersteuerung, die wohl bis Ende Januar 2013 aus dem Betrieb genommen werden.

Und noch einmal der Kepler-Platz am Stern. Combino 404 wartet den Fahrgastwechsel ab...

... und auch 407 wird gleich diese Haltestelle erreichen.

Pünktlich zum 2. Advent hielt der Winter in Potsdam Einzug. Combino 400 scheint das nichts auszumachen. Allein auf weiter Flur bahnt er sich seinen Weg durch die Berliner Vorstadt.

Ein paar Tage hielt die weiße Pracht sogar an, so dass auch der Zug aus 159 und 161 auf's Bild gebannt werden konnte. Hier kurz vor der Haltestelle Burgstraße.

Seine letzten Einsätze fährt wohl dieser Zug aus 146 und 246. Viel wird er vom neuen Jahr sicher nicht mehr mitbekommen. Aber es gilt immer noch: Totgesagte leben länger!


 Mit diesem Bild vom KT4D-Prototypen wollen wir die Rundreise durch 2012 beenden. Ich hoffe, dass Ihr auch im nächsten Jahr wieder kritische Leser dieses Blogs sein werdet.

Montag, 10. Dezember 2012

Winter - kein Thema für die Tram

Seit dem vergangenen Sonntag hat der Winter Potsdam fest im Griff - die Straßenbahn fährt natürlich trotzdem. Dafür sorgte auch das Gespann aus Schienenschleifwagen 303 und dem kleinen Schnepflug 312, welches am Sonntag wohl erstmals zum Einsatz gelangte. Dieser Zug zog die Blicke der Passanten genauso auf sich, wie der weihnachtlich geschmückte Glühweinexpress, gefahren vom Tatra-Prototypen 001. Zwar gelangen von dem Schneepflug keine Aufnahme, die restlichen Fotos sollen Euch aber nicht vorenthalten werden.

Abfahrt des Glühweinexpresses vom Betriebshof. Die Alten arbeiten und die Jungen schlafen - manche monatelang. Links neben 001 (ja er ist es wirklich, auch wenn der Baum seinen Namen verdeckt) Variobahn 430 im Winterschlaf.

Gerade bei Touristen sehr beliebt: gleich mehrere Becher des alkoholischen Weihnachtstrunks. Dank der Küche des B-West war der aber auch besonders lecker! 

Ohne Stativ im Dunkeln - immer noch besser als gar kein Bild. Hier erneut die Kirschallee.

Bereits Stunden zuvor hatte es zu schneien begonnen. Combino 400 schert sich nicht darum. Muttersselenallein fährt er durch die weiße Stadt.

Die eingeschneiten Fahrgäste an der Holzmarktstraße waren sichtlich froh über die Ankunft des Wagens, selbst unter den Häuschen schneite es.

Auch Variobahn 421 zeigte sich unbeeindruckt von ihrem zweiten Winter.

In rasanter Fahrt erreicht Combino 401 die Haltestelle Sporthalle ...

 ... und verlässt hier die Haltestelle Abwzeig Betriebshof ebenso schnell.

Montag, 26. November 2012

Tatra-Weihnachtsschlitten wieder unterwegs



 Adventsstimmung kommt im Tatra 001 auch in diesem Jahr wieder auf. Amerikas Santa Claus ist wahrscheinlich neidisch auf so einen Schlitten.

Als „ViP Glühweinexpress“ ist auch in diesem Jahr wieder der KT4D-Prototyp 001 im Einsatz. An den ersten drei Adventssonntagen (2.12., 9.12. und 16.12.)  können Tatra-Liebhaber oder Freunde heißer alkoholischer bzw. alkoholfreier Getränke und frischen Weihnachtsgebäcks wieder diese besondere Straßenbahnfahrt erleben. Gependelt wird zwischen dem Hauptbahnhof (Abfahrten stündlich zwischen 13:55 Uhr und 17:55 Uhr) und dem Weihnachtsmarkt im Krongut (Abfahrt ab Kirschallee stündlich zwischen 14:28 Uhr und 17:28 Uhr sowie 18:18 Uhr). Die Fahrt führt außerdem vorbei an den Weihnachtsmärkten in der Innenstadt und durch die prachtvoll beleuchtete Friedrich-Ebert-Straße.

Die Fahrt kostet für eine Runde 2,00 € (Kinder zwischen 6-14 Jahren 1,00€), die für die Erhaltung des historischen Straßenbahnfuhrparks Verwendung finden. Es darf auch gern mehr gespendet werden. Der Wagen führt heiße weihnachtliche Speisen und Getränke mit. Den kompletten Fahrplan hält die ViP hier bereit.

In altbewährter Tradition werden die Fahrten in Kooperation zwischen dem Verkehrsbetrieb Potsdam, dem Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V., dem Verein Historische Straßenbahn Potsdam e.V. und dem Restaurant B-West durchgeführt.

Samstag, 24. November 2012

Flotter Dreier auf dem Weg durch Potsdam

Seit nunmehr 30 Jahren fährt Potsdams Straßenbahn die südlichen Großwohngebiete Schlaatz und Stern an. Für den Dankmalpflegeverein nahverkehr Berlin e.V. und den Verein Historische Straßen Bahn Potsdam e.V. Grund genug, eine einmalige Sonderfahrt zu organisieren. Mit einem Zug aus drei KT4Dm (162+146+246) befuhr man die Jubiläums-Strecke und weitere Netzteile (Viereckremise und Pirschheide). In Potsdam kamen, anders als in Erfurt und Cottbus, derartige Züge nie wirklich zum Einsatz, obwohl diese Traktionsart auch für die Bezirkshauptstadt angedacht war. Über einige Testfahrten kam man jedoch nicht hinaus.
Die Sonderfahrt war zugleich eine verfrühte Abschiedsfahrt mit den noch nicht auf Choppersteuerung umgebauten KT4Dm, die zum Jahreswechsel aus dem Betrieb genommen werden sollen. Auch in Potsdam hat die Tatra-Dämmerung längst begonnen.

Ein Dank an die Organisatoren für diesen eindrucksvollen Zug. Da der Wettergott leider kein Einsehen mit den nicht gerade professionellen Straßenbahnfotografen hatte, bleibt das Fotomaterial bescheiden.

Bevor wir mit der Dokumentation der Sonderfahrt starten, hier noch eine Episode am Rande: gegen 13:40 kam der Wagen der Linie 91 (Variobahn 429) wegen eines im Baustellenbereich Charlottenstraße zu nah am Gleis geparkten PKWs unfreiwllig zum Stehen...

Die Züge der Linien 94 und 91 wurden am Platz der Einheit gewendet, die Störung war aber offenbar schnell wieder behoben.

Der schon am Platz der Einheit bereitgestellte Sonderzug musste daher eine Ehrenrunde drehen...

... bevor er seine Fahrt Richtung Stern beginnen konnte.

Nur selten bekommt man in Potsdam einen angelegten Stromabnehmer am zweiten Triebwagen zu sehen.

Ein Zug von beeindruckender Länge machte sich auf den Weg.

Hier das Gespann noch einmal in voller Länge. Knapp 60 Meter - ein imposanter Zug, von dem mancher Fahrgast im morgendlichen Berufsverkehr träumen dürfte.

Der Keplerplatz, das Zentrum des Wohngebiets Am Stern, durfte natürlich bei der Sonderfahrt nicht fehlen. In den letzten 30 Jahren hat sich hier so einiges verändert...

Grau ist das Wohngebiet jedenfalls wirklich nur noch an trüben Novembertagen.

Schon in traditionellem Weihnachtsschmuck präsentiert sich die Friedrich-Ebert-Straße. Hier der Zug vor dem Nauener Tor.

Und zum Abschied dieses Bild aus der Dämmerung: 162+146+246 vom Kapellenberg kommend...

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